Sonntag, 31. Mai 2015

Psalm 23

Nach der Auferstehung Jesu Christi sagte Jesus folgendes zu seinen Jüngern:
"...Alles muss in Erfüllung gehen, was im Gesetz des Mose, bei den Propheten und in den Psalmen über mich gesagt ist." (Lukas 24:44)

Die Psalmen sind eine Sammlung von Gebeten und Liedern für das Volk Gottes in allen Zeiten. Es enthält 150 Lieder, Gebete und Gedichte die seither in Gottesdiensten verwendet wird.
Als Verfasser von mindestens 73 Psalmen gilt David.

David war damals am Hofe des Königs Sauls ein berühmter Musiker, der besonders mit der Harfe umgehen konnte.

Wir lesen im Alten Testament, dass Saul immer David rief, wenn es ihm schlecht ging.

"...so nahm David die Harfe und spielte mit seiner Hand; so wurde es Saul leichter, und es wurde besser mit ihm, und der böse Geist wich von ihm." (1. Samuel 16:23)

Neben diesen Vers habe ich bei mir geschrieben: "gute Musik vertreibt schlechte Gedanken."

Heute möchte ich über einen bekannten Psalm sprechen und wie dieser uns in Zeiten der Herausforderungen helfen kann.
Es ist der Psalm 23. Dieser hat nur sechs Verse und deshalb möchte ich ihn komplett vorlesen.

" Ein Psalm Davids. Der Herr ist mein Hirte, /nichts wird mir fehlen.

Er lässt mich lagern auf grünen Auen /und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.

Er stillt mein Verlangen; /er leitet mich auf rechten Pfaden, treu seinem Namen.

Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht, /ich fürchte kein Unheil; denn du bist bei mir, / dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht.

Du deckst mir den Tisch /vor den Augen meiner Feinde. Du salbst mein Haupt mit Öl, / du füllst mir reichlich den Becher.

Lauter Güte und Huld werden mir folgen mein Leben lang /und im Haus des Herrn darf ich wohnen für lange Zeit."

Ein jüdische Rabbi namens Harold Kushner sagte einmal über diesen Psalm, nachdem er diesen jahrelang studiert hat.
"In grade mal 57 Wörter im hebräischen...gibt uns der Autor des 23. Psalms mehr praktische Theologie als wir in vielen Büchern finden können. Falls wir ängstlich sind, gibt uns der Psalm Mut unsere Ängste zu überwinden. Wenn wir bedrückt sind, bietet er uns Trost und wir finden unseren Weg durch den Tal des Todesschatten. Wenn unser Leben verbittert wird durch unzufriedene Menschen, dann lehrt es uns, wie wir damit umgehen. Wenn die Welt uns versucht runterzuziehen, führt der Psalm uns zur Erneuerung unserer Seele. Wenn wir niedergeschlagen sind und sehen, was wir alles nicht haben, lehrt er uns dankbarkeit für das, was wir haben. Und wenn wir uns alleine und umherwandernd in einer unfreundlichen Welt fühlen, dann bietet er uns die kostbare Versicherung an, dass 'Du bist mit mir'."

Ich möchte einige Dinge aus diesen wunderbaren Psalm mit Ihnen besprechen.

1. "Der Herr ist mein Hirte"
Während seines irdischen Wirkens erklärte Christus selbst, dass er der Hirte ist. Er erklärte auch den Unterschied zwischen einen guten Hirten und einen, ich sage mal Aushilfshirten.

" Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe.
Der bezahlte Knecht aber, der nicht Hirt ist und dem die Schafe nicht gehören, lässt die Schafe im Stich und flieht, wenn er den Wolf kommen sieht; und der Wolf reißt sie und jagt sie auseinander. Er flieht,
weil er nur ein bezahlter Knecht ist und ihm an den Schafen nichts liegt.
Ich bin der gute Hirt; ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich..." (Johannes 10:11-14)

In dem Leitfaden 'Grundsätzliches zur Menschenführung lesen wir einige Eigenschaften, die einen guten Hirten ausmachen.

" Der Hirt hält Ausschau nach Feinden, die den Schafen gefährlich werden könnten. Er verteidigt die Schafe im Notfall. Er kümmert sich um die kranken und verwundeten Schafe und sucht und rettet die, die sich verirrt haben oder in eine Falle geraten sind. In den Lehren Christi liebt der Hirt seine Schafe und bemüht sich, ihr Vertrauen zu gewinnen. Die Schafe kennen und lieben den Hirten. Sie vertrauen ihm über alles."
(Grundsätzliches zur Menschenführung Kapitel 3 Punkt 1)

Christus ist wahrhaftig unser guter Hirte. Er hat sein Leben für uns gelassen durch das Sühnopfer.

Wenn er der Hirte ist, dann sind wir seine Herde. Durch die Taufe wurden wir in die Herde aufgenommen. Wir sind seine Schafe. Allerdings haben wir es besser als Schafe. Wir durften uns selbst unseren Hirten wählen.

Christus als unser Hirte kennt jeden einzelnen von uns. Kennen wir unseren Hirten, so dass wir ihm folgen können? Sehen wir den Hirten oder sind wir das Schaf, welches ausbüchst, um wo anders hin zu kommen?

Wir haben den Besten Hirten, den wir haben können und dafür bin ich sehr dankbar.

2. "nichts wird mir fehlen."

Wenn wir die Welt mal aus dem Blickwinkel eines Schafes betrachten, dann gibt es für uns nur 3 wichtige Punkte - Essen, Trinken, Schlafen.
Und genau dies wird in diesem Psalm deutlich

"Er lässt mich lagern auf grünen Auen /und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.
Er stillt mein Verlangen;" (Psalm 23:2, 3)

Nun geht dieser Psalm nicht wortwörtlich um Schafe, sondern bezeichnet uns als seine Schafe.

Da von Hirte und Schafen sinnbildlich gesprochen wird, zeigt dies, dass Christus uns genauso gut kennt wie ein Hirte seine Schafe. Ein Hirte weiß genau, was gut für seine Schafe ist und was sie sich wünschen. Genauso weiß Christus was wir bedürfen und was gut für uns ist.
Als der auferstandene Christus auf dem amerikanischen Kontinent erschienen ist, also bei den anderen Schafen, wiederholt er die auf dem alten Kontinent als Bergpredigt bekannte Belehrung. Ich möchte ein Vers daraus zitieren.
"...euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet." (3. Nephi 13:8)

Manchmal ist das, was wir bedürfen nicht unbedingt, was wir uns wünschen.
Gehen wir zurück zu den Schafen. Wenn der Hirte sagt bzw. zeigt, dass dies nicht der Ort ist zum weiden sondern wir gehen noch ein Stück, dann sind die Schafe gehorsam. Das eine oder andere Schaf wird sich dabei fragen"Warum nicht hier?". Aber es vertraut dem Hirten und geht weiter. Der Hirte weiß genau die Wünsche des Schafes. Aber er erfüllt nicht immer sofort die Wünsche. Er weiß, ob ein Ort sicher ist zum Rasten, oder ob es einen besseren Ort gibt, den man mit etwas mehr Anstrengung erreichen kann.

Als die Pioniere damals in Richtung Westen gezogen sind, kamen sie im Salzseetal an. Soweit das Auge reichte, gab es nur Wüste und ein Salzsee. Und bekanntlich ist so ein Ort nicht wirklich ein guter Platz zum Rasten. Es gab keine grünen Auen oder ein Ruheplatz am Wasser. Brigham Young schaute von eine Hügel über das Tal und sagte: "Dies ist der Ort." Wie schwer muss dass für die Heiligen damals gewesen sein. Der lange Treck und dann wird eine öde Wüste mit einem gigantischen Salzsee als das Ziel der Reise verkündet. Vor allem wussten die Heiligen, dass es ein Stück weiter Californien gibt, wo damals der Goldrausch zur selben Zeit stattgefunden hat.

Der Hirte, Brigham Young, der auch die Wünsche und Bedürfnisse seiner Schafe kannte, verkündet aber, dass dies der Ort ist. War er blind? War er egoistisch? Hatte er einfach keine Lust mehr? Oder war er inspiriert?

" Gott hat diesen Ort zur Sammlung der Heiligen bestimmt, und es wird euch hier besser gehen, als wenn ihr zu den Goldfeldern fahrt. ... Wir sind aus der Bratpfanne ins Feuer geworfen worden und aus dem Feuer mitten auf den Fußboden, und hier sind wir, und hier werden wir bleiben. ... Wenn die Heiligen sich hier sammeln und stark genug werden, um das Land zu besitzen, wird Gott das Klima mildern, und wir werden an diesem Ort dem allerhöchsten Gott eine Stadt und einen Tempel bauen. Wir werden unsere Siedlungen nach Osten und Westen, nach Norden und Süden ausdehnen, wir werden Hunderte von Städten und Dörfern bauen, und die Heiligen werden sich zu Tausenden aus den Ländern der Erde sammeln. ... Wir haben das beste Klima, das klarste Wasser und die reinste Luft, die man auf Erden finden kann. Es gibt nirgends ein gesünderes Klima. Was Gold und Silber und die reichen Mineralien der Erde angeht, so gibt es kein anderes Land, das diesem gleichkommt; aber lasst sie liegen, lasst andere sie suchen - wir werden den Boden bebauen.“

Die meisten Heiligen blieben treu und nahmen die Frühjahrsaussaat in Angriff. Als der Sommer kam, zeigte sich, dass die Propheten Gottes Recht gehabt hatten. Der Herr beeinflusste die Elemente, es gab eine reichliche Ernte genug, um die fast 5000 Heiligen zu ernähren, die schon im Tal waren, und die 1400, die den Sommer über dazukamen. Außerdem kamen 1849 und 1850 schätzungsweise 15000 Goldsucher durch Salt Lake City und brachten den Heiligen Verdienst. Kaufleute, die Waren nach Kalifornien brachten, erfuhren in Salt Lake City, dass auf dem Seeweg schon Nahrungsmittel, Kleidung, Geräte und Werkzeuge in Kalifornien angekommen waren. So verkauften sie ihre Waren zu herabgesetzten Preisen an die Heiligen, denn in Kalifornien hätten sie noch größere Verluste gehabt. Die Wagen der Einwanderer mussten gewartet und repariert werden, so dass Schmiede, Wagenbauer, Fuhrleute, Wäscherinnen und Müller Beschäftigung hatten. Die Heiligen richteten an den Flüssen Fähren ein, die von den Wagenzügen benutzt wurden, die nach Kalifornien reisten. Die Leute warfen in ihrer Hast, schneller nach Kalifornien zu kommen, alles aus dem Wagen, was sie nicht brauchten, um dadurch die Ladung leichter zu machen. Und so fuhren aus Salt Lake City leere Wagen hinaus, um diese Gegenstände aufzusammeln. John D.Lee suchte mehrere Tage lang einen passenden Ofen für seine Familie. Schließlich fand er „einen, der ihm gefiel, einen schönen großen Premium Range Nr.3, der über 50 Dollar gekostet hätte. Auf dem Rückweg belud er seinen Wagen mit Pulver und Blei, Kochgeschirr, Tabak, Nägeln, Werkzeug, Schinken, Kaffee, Zucker, Koffern mit Kleidung, Äxten und Zaumzeug.“Auf diese Weise erfüllte der berühmte Goldrausch von 1849 die Prophezeiungen von Brigham Young und Heber C.Kimball und ermöglichte den Heiligen, im Salzseetal zu überleben."
(Leitfaden 'Die Geschichte der Kirche in der Fülle der Zeiten' Seite 335 und 336)

In diesem Beispiel können wir wunderbar sehen, dass der Hirte genau weiß, was wir bedürfen. Haben Sie vertrauen in die Weisheit unseres liebevollen Himmlischen Vater.

Wenn ich mir jetzt noch grüne Auen und klares Wasser als Bild in meinen Gedanken male, dann muss ich unweigerlich an einen schönen Bergsee denken und an die Berge, die sich im See spielgeln. Die Wiese duftet und die Sonne scheint. Ich denke daran, und sehne mich einfach nach Ruhe und Erholung. Ich sehne mich nach inneren Frieden.
Auch dies verschafft uns unser Hirte.
Denken wir an die wunderbaren Worte "Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch." (Johannes 14:27)

Lassen Sie mich schließen mit dem wunderbaren Lied aus dem Gesangbuch Nr. 68 - Der Herr ist mein Hirte.
"Der Herr ist mein Hirte, ich brauche sonst nichts; er führet mich sicher durch Dunkel und Licht. Er leitet die Seele zu Wassern, die still, erlöst mich Verirrten, wie heilig er's will.
Durch Täler und Wälder, wo immer ich geh, bist du Herr mein Wächter, wo ich geh und steh. Wenn dein Stab mich leitet, dann fürcht ich mich nicht; mir kann nichts geschehen, denn du bist mei Licht.
Mag Anfechtung kommen, so bin ich bereit, denn dein reicher Segen steht mir ja zur Seit. Mein Haupt lässt du salben, schenkst voll mir stets ein. O könnt deine Liebe wohl größer noch sein? O könnt deine Liebe wohl größer noch sein?"

Donnerstag, 7. Mai 2015

Update

Es ist schon ein Stück her, dass ich etwas gepostet habe. Es lag daran, dass ich viel unterwegs war und mein Sohn geboren wurde. Darüber bin ich sehr glücklich. Nun bin ich ein müder, aber glücklicher Vater, von drei Kindern.




 Nach der Geburt habe ich mir die Frage gestellt, ob ich es schaffe ein guter Papa zu sein. Denn Vater werden ist nicht schwer - Vater sein umso mehr.
Die letzten Tage habe ich aber gelernt, dass man mit seinen neuen Aufgaben wächst, auch wenn es anfangs schwer aussieht. Mittlerweile habe ich mich an den wenigen Schlaf in der Nacht gewöhnt. :)


Ich habe auch ein altes Hobby wieder entdeckt - die Fotografie.

Hier eine kleine Auswahl der Fotos, die ich im April und Anfang Mai aufgenommen habe.

 




Übrings: Habt ihr schon mein Fotobuch über Georgien gesehen? Wenn nicht, dann könnt ihr hier erhalten.







Samstag, 14. März 2015

Prinzen und Prinzessinen


Am 15. Februar 1966 sprach Präsident Spencer W. Kimball zu den Studenten an der Brigham Young Universität in Provo. Die Überschrift seiner Ansprache lautete: „Kings and Priests“. (siehe BYU-Speeches)

Diese Geschichte hat mir sehr gefallen und so habe ich den wesentlichen Bestandteil versucht in Deutsch zu übersetzen. Dabei habe ich einige Teile weggelassen bzw. gekürzt. Es handelt sich dabei nur um eine Übersetzung für den Eigengebrauch. Aber ich möchte trotzdem die Geschichte mit euch teilen.



Könige und Priester

Im Juni 1894 wurden drei Babies geboren. In Arizona kamen Zwillinge zur Welt. Der dritte Junge erblickte in England das Licht der Welt. Von seiner Geburt wurde weltweit in den Zeitungen berichtet, denn er wurde im englischen Königshaus geboren. In einer pompösen Zeremonie in einer großen Kathedrale wurde ihm der Name ‚Edward VIII‘ gegeben. Sein Vater war George V, der Kronprinz von England. Sein Großvater war Edward VII, der König von England und Wales sowie der Imperator von Indien.

Der Junge Edward wurde in ein Königreich geboren, welches schon lange bestanden hat. Er wusste, dass er eines Tages die englische Krone tragen würde und genauso herrschen wird wie sein Großvater, Edward VII, und sein Vater, George V. Auch wusste er, dass er eines Tages das Oberhaupt der Kirche von England wird.

Auf der anderen Seite wurden am selben Tag im selben Monat und Jahr Zwillinge geboren. Als erster kam John und 15 Minuten später kam Peter zur Welt. Diese Namen wurden den Jungen in einer Abendmahlsversammlung von ihrem Vater, einem würdigen Priestertumsträger, gegeben.

Ihr Vater war ein Bauer von Beruf. Sie hatten wenige Reichtümer.

Diese Zwillinge wurden im Bund geboren und sind Prinzen eines himmlischen Königreiches mit der Möglichkeit, dieses eines Tages zu ererben. Sie sind Anwärter desselben Reiches wie ihre Väter Jakob, Isaak, Abraham, Noah, Adam und viele mehr. Dieses ewige Königreich muss sich verdient werden und wird nicht durch Rangfolge vererbt. Aber wenn man es sich verdient hat, dann wird die Herrschaft niemals enden und die Herrlichkeit wird wundervoll sein.

Bereits in ihrer Kindheit wurden sie in der Primarvereinigung, Sonntagsschule, Seminar, Abendmahlsversammlung, Pfahlkonferenz und zu Hause über ihr Ziel belehrt. Sie wurden belehrt, dass sie nicht durch den Tod eines Vorfahrens, sondern durch das Befolgen aller Gebote und vollziehen aller heiligen Handlungen König werden würden.

Sie lasen in den Schriften folgendes:

„sie sind diejenigen, die das Zeugnis von Jesus empfangen haben und an seinen Namen geglaubt haben und nach der Art seiner Grablegung getauft worden sind, indem sie in seinem Namen im Wasser begraben wurden, und dies gemäß dem Gebot, das er gegeben hat—
damit sie durch das Halten der Gebote von all ihren Sünden gewaschen und gesäubert werden und den Heiligen Geist empfangen durch das Händeauflegen eines, der zu dieser Macht ordiniert und gesiegelt ist;
und die durch Glauben überwinden und vom Heiligen Geist der Verheißung gesiegelt sind, den der Vater über alle jene ausgießt, die gerecht und treu sind.
Sie sind diejenigen, die die Kirche des Erstgeborenen sind.
Sie sind diejenigen, denen der Vater alles in die Hände gegeben hat—
sie sind diejenigen, die Priester und Könige sind, die von seiner Fülle empfangen haben und von seiner Herrlichkeit
und Priester des Allerhöchsten nach der Ordnung Melchisedeks sind, welche nach der Ordnung Henochs war, welche nach der Ordnung des Einziggezeugten Sohnes war.
Darum, wie es geschrieben steht, sind sie Götter, nämlich die Söhne Gottes—
darum gehört ihnen alles, sei es Leben oder Tod, Gegenwärtiges oder Zukünftiges—alles gehört ihnen, und sie gehören Christus, und Christus gehört Gott.“ (Lehre und Bündnisse 76:51-59)

Anfangs muss es für beide Zwillinge schwer zu verstehen gewesen sein. Aber sie lernten Zeile um Zeile und Weisung um Weisung. Sie verstanden, dass sie durch Christus vollkommen gemacht werden können und somit in der Gegenwart Gottes leben können.

Die zwei kleinen Prinzen wuchsen auf einer Farm in Arizona auf. Sie trugen einfache Pullover und gingen in eine kleine Schule.
Der englische Prinz trug Seide und feines Gewand. Er besuchte die Schule zusammen mit Bodyguards. Er hatte die besten Lehrer von ganz Großbritannien. Er wuchs in einem königlichen Umfeld auf und sah ständig Könige und Königinnen aus der ganzen Welt. Er wurde so ständig an seine Zukunft erinnert.

Die zwei kleinen Farmjungen ließen Drachen steigen, spielten Ball und interessierten sich für Frösche. Die Schriftstelle in Lehre und Bündnisse 78:17 und 18 beschreibt wunderbar ihren Zustand.

„Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr seid kleine Kinder, und ihr habt noch nicht verstanden, welch große Segnungen der Vater in seinen eigenen Händen hält und für euch bereitet hat;
und ihr könnt jetzt noch nicht alles ertragen; doch seid guten Mutes, denn ich werde euch weiter führen. Das Reich ist euer, und seine Segnungen sind euer, und die Reichtümer der Ewigkeit sind euer.“

Die Jahre vergingen und John sowie sein Bruder Peter erhielten das Aaronische Priestertum und lernten ihre Priestertumspflichten kennen. Sie studierten die Schriften und lernten mehr über das ewige Königreich.

Edward besuchte die Kirche von England, die Kirche, wo er eines Tages das Oberhaupt sein wird. Edward wird eines Tages den Thron besteigen, egal wie sein Verhalten oder seine Würdigkeit ist.
Die Zwillinge können den Thron nur durch Rechtschaffenheit besteigen.
Edward wird einmal für 35-40 Jahre über Millionen Menschen regieren.
Wenn die Zwillinge sich dafür qualifizieren, dann werden sie Ewigkeiten über eine Nachkommenschaft regieren, die so unzählbar sind, wie die Sterne am Himmel.

Als die Zwillinge die Highschool beendeten wurden Peter immer mehr die verheißenen Segnungen bewusst. John dagegen kümmerte sich immer weniger darum und vernachlässigte seine Pflichten.

Zur selben Zeit in England starb Edwards Großvater und Edwards Vater, George V, wurde König. Edward VIII wurde nun der Prinz von Wales, der Earl von Chester und der Duke von Cornwall. Jeder mochte den Prinzen, da er freundlich und fröhlich war.

Der erste Weltkrieg kam und alle drei wurden eingezogen und kämpften dort. Keine von ihnen wurde verletzt und so kehrten sie nach Ende des Krieges wieder zurück in ihr Land.

Von den dreien diente nur Peter treu als Missionar.

Alle drei besuchten das Collage und die Universität. Edward besuchte die beste Universität in England. Die Zwillinge besuchten nur die örtliche Universität.

Über Edward wird gesagt, dass in der Geschichte kein Kronprinz je eine bessere Vorbereitung auf den Thron hatte als Edward. Auch spricht man von Edward als den beliebtesten Kronprinz den England bis dahin je hatte.

John liebte Sport. In seiner Freizeit hing er mit vielen Jugendlichen rum, die nicht seine ursprünglichen Maßstäbe hatten. Er ging regelmäßig mit Mädchen aus um Spaß zu haben. Dieser Spaß endete mit einer spontanen Hochzeit in Las Vegas. Er missachtete seine Bündnisse.
Peter heiratete im Tempel. Sein Bruder John konnte nicht dabei sein, da ei keinen Tempelschein hatte.

Die Jahre vergingen und Peter hatte eine große Familie. Auch John hatte 3 Kinder, davon ein uneheliches Kind.
John war ständig um sein irdisches Reich und sein Reichtum besorgt. Seine Kinder wuchsen außerhalb der Kirche auf, Der Sabbat wurde nicht heilig gehalten. Alkohol wurde regelmäßig konsumiert. Er bewegte sich immer weiter und weiter weg von seinem Thron. Mit keiner Silbe dachte er ans umkehren.

Sein Bruder Peter und seine Familie waren der Kirche nahe. Familiengebet, Familienheimabend, der Versammlungsbesuch, Zehnter, Wort der Weisheit usw. wurden rechtschaffen befolgt. Es war das ideale Zuhause und die ideale Familie.

Zur selben Zeit starb Edwards Vater und Edward wurde König von Großbritannien und Irland. Als König hatte er das Geld, die Macht und die Zeit, die Dinge zu tun, die er unternehmen wollte. Und so unternahm er eine Schiffsreise in die warme Adria. Diese Schiffsreise schockte ganz Großbritannien und die ganze Welt.
Am Board war eine Frau namens Wallis Warfield Simpson, die Ehefrau eines Londoner Schiffshändlers. Sie wurde in Pennsylvanien geboren und heiratete mit 20 Jahren Earl W. Spencer Jr., einen Marinesoldaten. 11 Jahre später lies sie sich scheiden und heiratete Herrn Simpson und zog nach England. Während dieser Schiffsreise entwickelte sich eine Zuneigung zwischen beiden und König Edward wurde ständig händehaltend mit Frau Simpson am Deck gesichtet. Gleich nach der Reise reichte Frau Simpson die Scheidung ein und König Edward wollte sie heiraten.
Dies war eine ungewöhnliche Situation für England – eine geschiedene und wiederverheiratete Frau hatte eine Affäre mit dem König, der gleichzeitig das Oberhaupt der Kirche von England ist.

Am 10. Dezember 1936 entsagte er dem Thron und verzichtete gleichzeitig auf das Anrecht seiner Nachkommenschaft auf dem Thron. Zwei Tage später verlies er England und reiste nach Österreich, um dort Frau Simpson zu heiraten. Edwards Entscheidung führte dazu, dass er nur 11 Monate König war und das Anrecht auf den Thron für alle seine Nachkommen unwiderruflich entsagte.

Schauen wir uns mal John an. John verstarb. Der Sarg wurde im Saal seiner Gemeinde aufgebart, ein Gebäude, welches er seit Jahrzehnten nicht mehr besucht hat. Er war in ein weißes Hemd und schwarzen Anzug gekleidet.  Er hätte in weiß gekleidet sein können, wie Johannes der Offenbarer einst sagte:
„Und es wurde ihr gegeben, sich mit reinem  und glänzendem Leinen zu kleiden. Denn das kostbare Leinen ist die Gerechtigkeit der Heiligen.“ (Offenbarung 19:8)

Der Sarg wurde in die Erde gelassen. John verlor seinen Weg. Er entsagte für sich seinem Thron, sein Königtum, seine Göttlichkeit – für was?

Seine ganze Familie erreichte das Ziel nicht – wegen John.

Seine Frau war eine weltliche Frau. Seine Kinder waren Bänker, Rechtsanwalt und Arzt. Aber keiner von ihnen kannte Gott oder ihren Erretter, Jesus Christus. Keiner kannte die Kirche. Keiner hatte das Priestertum. Keiner diente auf Mission oder war im Tempel verheiratet.
John entsagte seinen himmlischen Thron nicht nur für sich selbst, sondern auch für alle seine Nachkommen.

Auch der glaubenstreue Peter starb. Viele Menschen besuchten seine Beerdigung. Menschen, die Hilfe und Ermunterung von Peter erfahren hatten, erzählten endlose Geschichten über seine Güte, Glaubenstreue, seine Bereitschaft zu dienen und seine Großherzigkeit, die viele berührte. Alle seine Kinder waren anwesend. Sie alle waren im Tempel verheiratet. Er lag in seinem Sarg, gekleidet in weiß.
Auch über Menschen wie Peter schrieb Johannes.
„…sie haben ihre Kleider gewaschen und weiß gemacht im Blut des Lammes.“ (Offenbarung 7:14)

Peter war bereit als Prinz seinen Schöpfer entgegenzutreten. Er bereitete sich vor, eines Tages den ewigen Thron und die ewige Herrschaft im celestialen Reich zu übernehmen. Er wird dort nicht alleine sein, sondern seine ganze Familie wird anwesend sein. Seine Nachkommen werden ohne Zahl sein. Die Verheißungen, die Abraham, Isaak und Jakob gemacht wurden, treten hier ein.

Und nun meine Frage, liebe Prinzen und Prinzessinnen, wo stehen Sie?
  


Samstag, 3. Januar 2015

Neues Jahr - neue Ziele?



Das alte Jahr ist rum und das neue Jahr hat begonnen. Der Jahreswechsel ist immer dir Zeit, wo man Rückblick hält und neue Ziele setzt. Vielleicht haben wir aber auch das Gefühl, dass wir im vergangenen Jahr versagt haben, da wir einiges nicht so geschafft haben, wie wir es wollten.

Heutzutage wird Erfolg häufig daran gemessen, ob man die Ziele erreicht hat. Wer Erfolg richtig versteht, wird dies jedoch nicht am Ergebnis messen. Erfolg wird daran gemessen, was ich getan habe, um ein Ziel zu erreichen. Häufig ist man oft auch von anderen Faktoren abhängig,  um ein Ziel zu erreichen.

Beispiel:
Zu Beginn des Jahres 2014 hatte ich das Ziel, das Buch 'Sakartvelo-Mission im Unbekannten' zu veröffentlichen und so viele Bücher zu verkaufen, dass die Kosten mit der Veröffentlichung gedeckt werden.
Wenn ich meinen Erfolg daran messen würde, ob ich es geschafft habe, dann hätte ich jämmerlich versagt.
Wenn ich aber sehe, wieviel Arbeit ich in die Veröffentlichung investiert habe. Ich habe dann alle lokalen Medien angeschrieben, um diese über die Veröffentlichung zu unterrichten. Ich habe Werbung drucken lassen und an alle georgische Restaurants versandt. Ich habe im Internet Werbung gemacht. All diese Werbung und Öffentlichkeitsarbeit hat außer ein paar "Likes" nichts gebracht.
Aber ich sehe dann, dass meine Tochter dieses Buch genauso schnell verschlungen hat, wie ihre anderen Bücher, die sie liest. Jeder der das Buch gelesen hat, gab mir ein sehr positives Feedback. Das ist Erfolg. Ich sehe, dass ich viel investiert habe und sich einige wenige darüber freuen. Daran messe ich Erfolg.


Bedenken wir bei den Zielen, die wir uns setzten und die wir auch vorgesetzt bekommen, immer daran, den Weg zu sehen, der zum Ziel führt und sich auch darüber zu freuen. Jeder Schritt in Richtung Ziel ist Erfolg.
 

Wenn Sie eine  Berg erklimmen wollen, dann müssen Sie viele Schritte unternehmen. Auf dem Weg zum Gipfel gibt es viel zu sehen. Zum Beispiel die reichhaltige Tier- und Pflanzenvielfalt. Jeder Schritt, den wir tätigen, bringt uns unser Ziel näher. Jeder Schritt bringt uns auch ein Schritt weiter von unserem Ausgangspunkt weg. Und wenn wir aus irgendwelchen Gründen den Gipfel nicht erreichen,  dann können wir uns jedoch an den vielen Schritten erfreuen, die wir getan haben. Vielleicht haben wir auch gelernt, was wir das nächste Mal besser tun können. Aus Fehlern lernt man bekanntlich. Aber deshalb haben wir jedoch nicht versagt. Wir sind dann schon weiter, wie die meisten Menschen,  die den Gipfel immer nur von weit weg betrachten.
 

Vergessen wir auch nicht, wie oft ein Kind hinfällt, wenn es laufen lernt. 



Ich wünsche Ihnen alles Gute im neuen Jahr und viel Erfolg auf dem Weg zu ihren Zielen.